Mein Aufenthalt im Februar 2010
in Addis Abeba
Zusammen mit einer äthiopischen Sozialarbeiterin von EfA besuchte ich im Februar 2010 ehemalige Strassenmütter aus unserem Projekt, in ihren neuen Unterkünften in Addis Abeba. Wir sprachen über die weitere Entwicklung und Fortführung des Projekts.
Diese Frauen haben bereits eine Ausbildung zur Näherin erhalten und stehen nun an der Stufe zur Selbständigkeit und zum eigenständigen Erwerbsleben.
Wie in vorhergehenden Treffen bereits besprochen, übergab ich den Frauen acht Nähmaschinen, außerdem erhielten sie Geld in Form von Kleinkrediten. Dieses Geld benötigen sie für den Kauf von Material, wie Stoff, Nähgarn, Näh- und Stecknadeln, Scheren, usw. Damit können sie nun mit der Herstellung der ersten Näharbeiten beginnen. Sie möchten Tischdecken, Sofakissen und Taschen anfertigen, außerdem planen sie änderungs- und Flickarbeiten zu machen.
Bei den Nähmaschinen handelt es sich um typische und in Afrika übliche fußbetriebenen Modelle der Firma Butterfly. Diese mechanisch betriebenen Nähmaschinen ermöglicht den Frauen ein Arbeiten ohne Abhängigkeit von Elektrizität.
Zwei der Frauen haben beschlossen, mit den Maschinen zurück in ihr Herkunftsdorf im Norden von Äthiopien zu gehen, um dort gemeinsam eine kleine Schneiderei zu betreiben. Sie glauben, da dort die Konkurrenz geringer ist, bessere Einkünfte haben zu können. Da sie nun in der Lage sind selbstständig für ihren Lebensunterhalt zu sorgen, hoffen sie auch wieder Anerkennung in der Dorfgemeinschaft und Anschluss an ihre Familien zu erhalten.
Im Anschluss besuchte ich die Gruppe der Mütter und Kinder, die im Dezember 2009 das Strassenmütterhaus neu bezogen. Die Frauen fühlen sich dort wohl und geborgen, die Atmosphäre ist entspannt und gut. Sie erhalten medizinische Versorgung und psychologische Unterstützung.
Einige der Frauen werden im Haus im Lesen und Schreiben unterrichtet, die Mehrzahl der Mütter hat sich zu einer Ausbildung als Hauswirtschaftlerin und Köchin entschlossen. In ungefähr 18 Monaten werden sie die Ausbildung abschließen können.
Die älteren Kinder besuchen Schule und Kindergarten, die jüngeren Kinder werden während der Abwesenheit der Mütter im Haus betreut. Alle Kinder sind gesund, die meiste Zeit verbringen sie gemeinsamen beim Spiel, ganz besonders viel Freude haben sie und dies auch schon die ganz kleinen Kinder am Fußballspielen im Hof.
- Judith Marz





