Besuch beim Ernährungshilfeprojekt von Afrikachild e.V. in Bamako (Mali)
Bei meiner letzten Reise nach Bamako lernte ich Mahfane kennen. Mahfane ist eine bunt gekleidete Frau, die gerade ein kleines Mädchen stillt. Sie erzählt mir, dass sie vor drei Monaten ihre Drillinge bekommen hat. Ein Junge und zwei Mädchen. Der Junge ist etwas größer, die beiden Mädchen sehen sich sehr ähnlich. Mahfane kann ihre drei Kinder nicht alleine versorgen, deshalb helfen ihr zwei Nichten, die sie und die Kinder meist begleiten. Die sechs wirken wie ein eingespieltes Team, immer wenn ein Kind weint, weil es Hunger hat, wird gewechselt und Mahfane versucht, ihrem Kind etwas Milch zu geben.
Ihr Mann hat keine Arbeit und ihre Milch reicht nicht für alle drei Babies. Jeden Dienstag kommt sie deshalb mit ihren Kindern zum Projekt M.A.R.E.N.E. Sie bekommt dort zwei Dosen Milchpulver und etwas Mehl. Das reicht ihr zwar nur für kurze Zeit, dennoch ist es ihr eine Hilfe und sie kommt gerne hier her. Obwohl sie um 09:00 Uhr schon dort ist, ist kein Milchpulver mehr da. Die Sozialarbeiter können ihr nur etwas Mehl geben. Sie erzählt uns, dass ihre einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen das Betteln ist. Um Milchpulver für die drei Kinder kaufen zu können, geht sie mit den kleinen Kindern den ganzen Tag auf die Straße.
Die beiden Sozialarbeiter erzählen mir von vielen Schicksalen von jungen Frauen, aber auch ganzen Familien. Oft reicht das Geld einfach nicht aus, Milchpulver und medizinische Versorgung sind teuer. Wenn die beiden jungen Männer nicht viele Lebensmittel zum Verteilen haben, bekommen nur die Frauen mit Säuglingen bis zu sechs Monaten Nahrungsmittel und Milchpulver. Für sie ist das Projekt konzipiert. Sie erzählen von jungen Frauen, die selbst so schlecht ernährt sind, dass sie die Kinder nicht stillen können, sie erzählen aber auch von HIV-positiven Frauen, die ihre Kinder wegen der Ansteckungsrisiken nicht stillen können und deshalb auf das Milchpulver angewiesen sind.
Der Arzt des Kinderheims steht den kleinen Kindern auch mit seiner Beratung und manchmal mit Medikamenten zur Verfügung. Er zeigt mir eine junge Frau, die das Kind einer verstorbenen Freundin versorgt. Der kleine Junge hat eine schwere Augenerkrankung und wird wahrscheinlich erblinden. Die Frau kommt jede Woche zu ihm.
Das Projekt soll den Frauen helfen. Sie erhalten notwendige Lebensmittelhilfe, aber auch Beratung und medizinische Versorgung. Die Frauen kommen jeden Dienstagvormittag und wissen, dass sie hier einen Ansprechpartner haben. Wenn die beiden Sozialarbeiter nicht weiterhelfen können, stellen sie einen Kontakt zu einer anderen Beratungsstelle her. Sie informieren die Frauen auch über kostenlose HIV-Medikamente oder ähnliche Hilfen.
Die Frauen und Kinder in Mali brauchen Ihre Hilfe und Unterstützung. Es ist ein Sponsor abgesprungen und die Mittel sind zu knapp, um eine gute Ernährung für die Babies zu sichern. Ihre Spende kommt direkt in Form von Lebensmitteln (vorrangig Milchpulver und Mehl) bei den Frauen und Kindern an!
- Susanne Fuchs







