
Aids in Mali
In Mali gehen die Meinungen der Bevölkerung über die Existenz von Aids auseinander. Einige glauben an die Existenz von Aids, andere sind der Meinung, es handele sich um ein „Syndrom, das erfunden wurde, um Liebenden den Mut zu nehmen“. Aber Aids ist Realität in dieser Welt, und Mali steht nicht außerhalb dieser Realität. In Mali gibt es heute mehr als 170.000 Aidskranke. Die Zahl der Kranken, die mit antiretroviralen Mitteln behandelt wird, wird auf etwas über 6500 geschätzt.
Vor allem die Frauen sind betroffen. Statistiken zeigen, dass 90,3 % der Frauen erklärt haben, von Aids gehört zu haben, aber bis zu 45 % wissen nicht, dass es Wege gibt, diese Krankheit zu vermeiden. Aus im Jahre 2001 durchgeführten Studien geht hervor, dass die Jugendlichen sich gefährliche Verhaltensweisen zu Eigen machen:
- 65 % der Jugendlichen haben ihren ersten sexuellen Kontakt vor ihrem 18. Lebensjahr.
- Fast 20 % der Jungen hatten mehr als 3 Partner.
- Fast die Hälfte der Jugendlichen verwendet aus Vertrauen zum Partner kein Kondom.
Zu diesem traurigen Umstand kommen die Prostitution, die Vielzahl von Sexpartnern etc. hinzu, was eine Gefahr für eine weitere Ausbreitung oder sogar Explosion der HIV-/Aids-Epidemie in Mali in den kommenden Jahren darstellt.
Ein nationales Programm zum Kampf gegen Aids (PNLS) wurde eingeführt und ein Pflege-, Animations- und Beratungszentrum (CESAC) zur Betreuung von Aidskranken eingerichtet. Das CESAC soll den Kranken einen besseren Zugang zu antiretroviralen Medikamenten ermöglichen.
In Mali, ebenso wie in anderen afrikanischen Ländern, ist der Zugang zu antiretroviralen Medikamenten aufgrund der exzessiv hohen Kosten den Privilegierten vorbehalten. Der politische Wille ist jedoch da, und es werden kontinuierlich Anstrengungen unternommen, um einer größeren Zahl von Menschen den Zugang zu antiretroviralen Medikamenten zu ermöglichen.