
Die Armut in Mali
Mali gehört zu den Niedriglohnländern. Sein BIP pro Kopf liegt unter 300 Dollar oder unter einem Dollar pro Einwohner und Tag, was der Grund dafür ist, dass der Großteil der Malier unterhalb der Armutsgrenze lebt. Die Armut ist in Mali ein flächendeckendes Phänomen geworden: 64 % der Bevölkerung leben in Armut, 35 % in extremer Armut.
Die Armut betrifft aufgrund der Verschlechterung des Arbeitsmarkts und der Migration sowohl Land als auch Stadt. Sie zeigt sich im Mangel und Rückschritt in vielen wichtigen Lebensbereichen: Analphabetismus, Mangelernährung, verkürzte Lebenserwartung, schlechte Gesundheit, unsaubere Wohnung, verringerte Teilnahme am wirtschaftlichen und sozialen Leben.
Im Gesundheitsbereich ist die Erkrankungsrate aufgrund des häufigen Auftretens von Malaria, Atemwegserkrankungen und Durchfallerkrankungen in Verbindung mit HIV hoch. Auch die Sterblichkeit im jungen Alter bleibt hoch. Sie wurde 1998 auf eine Sterberate von Kind und Mutter von jeweils 111 und 577 je 100.000 Lebendgeburten geschätzt. Bezüglich der Ernährung ist die Situation geprägt durch eine sehr hohe Mangelernährungsrate bei Kindern unter 3 Jahren. 2001 wiesen 48,9 % der Kinder ein Wachstumsdefizit auf, 39,7 % litten an Untergewicht. In vielen Orten des Landes wird nicht genug Getreide produziert.