Mütterhaus

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Bericht:
Besuch im Mütterhaus, Oktober 2011

Herzlich und freudig wurde ich von den Müttern und Kindern empfangen. Wie bei jedem meiner Besuche wurden mir zunächst die Kinder präsentiert, stolz erzählen die Mütter von deren positiver Entwicklung. Die älteren Kinder besuchen Schule und Kindergarten, die kleineren werden von ihren Müttern im Haus betreut. Neun der insgesamt zehn Mütter befinden sich noch in Ausbildung zum Hairdresser. Die Graduation, der Abschluß,  ist für Ende November geplant. In den kommenden 6 Monaten möchten die Frauen ihre Fähigkeiten verbessern und zunächst Praktikantenstellen in Friseursalons annehmen. Sie glauben ihre bisher erlernten Inhalte reichen für eine spätere eigenständige Tätigkeit als Friseurin noch nicht aus, außerdem möchten sie sich zusätzlich als Naildesignerin und qualifizieren.

MütterhausDrei Mütter möchten sich zusammenschließen und mit Hilfe eines Minikredits ihren eigenen Haarsalon eröffnen. Drei weitere Mütter planen einen Homeservice, sie möchten in privaten Haushalten Frauen und Kinder für Festlichkeiten, wie z.B. für Hochzeiten, Geburtstagsfeiern usw. frisieren und verschönern.

Sie sind überzeugt, dass viele Frauen dieses Angebot gerne annehmen, weil es für sie bequemer ist. Außerdem fallen so keine Kosten für Miete und Gerätschaften an. Somit ist dieser Service auch billiger anzubieten. Über Mund zu Mund Propaganda und mit Hilfe von Flyern möchten sie auf Ihr Angebot aufmerksam machen und Kundinnen gewinnen. Eine der Frauen absolviert eine Ausbildung zur Köchin, nach Abschluß möchte sie in einem der vielen Hotels eine Stelle finden, ihr großer Traum ist ein eigenes kleines „Restaurant“ zu betreiben.

Die Gruppe dieser Frauen unterscheidet sich von den bisherigen Gruppen darin, dass nahezu alle Frauen bereits als Kinder auf der Strasse aufwuchsen und lebten. Im Zuge des Versuchs der Regierung, Personen, welche auf der Strasse leben von dort wegzuholen, wurden sie im Oktober 2010 in ein Auffanglager gebracht. Von dort kamen sie in das Africachild Mütterhaus.

MütterhausSie erzählen von der ersten Zeit im Mütterhaus, die sie alle als erleichternd, weil sicher, aber auch als problematisch empfanden. Sie mussten lernen Konflikte in der Gruppe auszuhalten und im Gespräch zu lösen, sie mussten sich an die Hausregeln halten, den Kontakt zu den ehemaligen Freunden auf der Strasse meiden sowie nicht sozial verträgliche Gewohnheiten ablegen. Wiederholt kam es zu Rückschlägen, aber auch zu erfolgreichen Neuanfängen, nur eine Mutter entschloß sich mit ihrem Kind das Haus zu verlassen. Seit dem Einzug der Mütter und ihren Kindern sind nun ca. 10 Monate vergangen und die jungen Frauen scheinen sich in ihre neue Lebenssituation gut eingefunden zu haben. Sie erschienen mir sehr motiviert, sie möchten ihre Ausbildungen erfolgreich abzuschließen, sie entwickelten Pläne für die Zukunft, sie sind dankbar, stolz und glücklich, dass sie in nun in der Lage sind ihren Kindern die Angst und Unsicherheit des Lebens auf der Strasse ersparen zu können. 

- Judith Marz

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