
Female Genital Mutilation
(weibliche Genitalverstümmelung)
Weltweit leben etwa 130 Millionen Frauen, die von FGM (female genital mutilation) betroffen sind. Nach einem Bericht der GTZ aus dem Jahr 2000 sind in Äthiopien ca. 80 % der Frauen betroffen. Insbesondere in ländlichen Gegenden hat die weibliche Beschneidung durch Dorfgemeinschaften und Großfamilien noch Tradition. Neben einer schmerzhaften Prozedur, die im schlimmsten Fall tödlich enden kann, zählen Traumata, Schock zustände, diverse Infektionskrankheiten und „Spätfolgen“ wie Fistelbildung, Inkontinenz, Infertilität und viele weitere Erkrankungen zu den häufigsten Folgen der weiblichen Beschneidung.
Meist werden die Mädchen unter unhygienischen Bedingungen beschnitten und haben auch während des Heilungsprozesses keinerlei medizinische Versorgung. Meist sehen die Frauen ihre gesundheitlichen Probleme nicht im Zusammenhang mit der FGM. Mütter, die ihre Töchter beschneiden lassen, wollen ihnen etwas Gutes tun, ihnen eine Möglichkeit zur sozialen Integration eröffnen.
Die Beschneidung wird als Garant für Jungfräulichkeit und Keuschheit betrachtet und sichert somit die Heirat und steigert den Brautpreis.
NGOs (nichtstaatliche Organisationen) versuchen durch Aufklärung von Frauen, Lehrern und Dorfältesten ein Umdenken zu bewirken. Die Presse wurde zur Aufklärung über die Gefahren der Beschneidung angehalten. Es gibt bislang aber kein Gesetz in Äthiopien, welches die weibliche Beschneidung untersagt.
Im städtischen Kontext ist der Druck durch die ältere Generation nicht mehr so massiv vorhanden.